#2 Blogparade: Geschichten, die nur das BerufsLEBEN schreibt!

Ich persönlich finde die Lebenswege spannend, die Brüche haben, die Misserfolge beinhalten, in denen auch Scheitern vorkommt – vielleicht finde ich das aufgrund meiner Vergangenheit als Personalerin so spannend 😉. Aber ziemlich wahrscheinlich ist, dass es DIR genauso geht und Du eher Geschichten von Menschen hören und lesen magst, die interessant und eben so gar nicht stringent und langweilig sind.

Ich habe fantastische Menschen aus meinem Netzwerk gebeten, ihre Geschichte mit uns zu teilen. Menschen, deren Geschichten auch DIR Mut machen sollen, Deinen Weg zu gehen und auch bei vermeintlichen Rückschlägen wieder aufzustehen und weiter zu machen. Ganz so, wie im Beitragsbild  – ohne Sturm und Regen, kein saftiges Grün!

Heute teilt Christin Prizelius ihre Geschichte mit uns:

„Warum es weh tat, bevor es leicht wurde…“

Mit meinem sehr persönlichen Beitrag für diese Blogparade möchte ich in den nächsten Zeilen vor allem zwei Sachen schaffen: anderen MUT machen für ihren Weg und gleichzeitig betonen, dass einige Dinge für mich unverzichtbar waren – auf dem Weg meinen Herzenswunsch zu leben: und zwar vor allem Glaube und Vertrauen an und in mich selbst. Und zugeben, dass es Hürden gab und Stolpersteine und ganz viele mutlose und traurige Tage. Aber wenn man an sich glaubt und seinem Herzen folgt, werden sich plötzlich Türen öffnen, von denen man niemals dachte, dass sie existieren…

Wenn ich heute auf meinen beruflichen Weg zurückschaue, muss ich –zugegeben– etwas schmunzeln – denn vor allem die letzten 10 Jahre haben eine so komplett andere Richtung genommen als ursprünglich gedacht und von mir geplant. Als ich als 20 jährige Idealistin damals nach meinem Australien-Aufenthalt mein Jura-Studium aufnahm, steckte ich hinsichtlich dieses Berufsziels voller Wünsche und Träume, die Mensch zu Tier zu Recht verhelfen sollten. Es dauerte allerdings nicht mal bis zur Zwischenprüfung, bis ich realisierte, dass Recht und Gerechtigkeit ganz oft nicht übereinstimmten und schon gar nicht meinem subjektiven Empfinden entsprachen. Kurz: es ging mir nicht gut, der Sinn fehlte und es schmerzte regelrecht, wenn ich nur daran dachte, dass ich so zukünftig nun mein Geld verdienen und mein Leben gestalten sollte.

Was also tun?! Zunächst fiel ich erst einmal in meine erste kleine Krise – nun gut, ich war zwar noch jung und „hatte ja noch Zeit“, aber ich fing an, schon jetzt sehr unfair zu mir selbst zu werden (was der gesamten Situation nicht wirklich dienlich war, eigentlich gar nicht!) und musste mich zu allem Übel noch vor Familie und Freunden für meine folgenden Entscheidungen rechtfertigen.

Ich machte diese Coaching-Ausbildung parallel, jene Zertifizierung, setze parallel ein Wirtschaftspsychologie-Studium an einer privaten Institution oben drauf und bestand dennoch an der Uni brav einen Schein nach dem anderen. Mit 25 machte ich mich zusätzlich selbstständig, um mir alle Aus- und Weiterbildungen finanzieren zu können und war eigentlich noch orientierungsloser als je zuvor. Bis ich schließlich mehr und mehr realisierte: hej, stopp, um wen geht es eigentlich – es geht hier um DICH!

Wie es dazu kam, dass ich heute tue was ich tue…

Als mich 2010 dann eine gesundheitliche Diagnose eine Zeit lang ausschaltete, war ich mehr oder weniger gezwungen, mich und meine Situation noch einmal gründlich zu überdenken und auch ernsthaft zu hinterfragen. Vor dem ersten Staatsexamen kündigte sich dann mein Sohn an und das führte erst recht zu einem gefühlten kompletten beruflichen Stillstand. In dieser Zeit musste ich gleichzeitig aber auch schmerzlich realisieren, dass ich viele Dinge vor allem tat, weil ich Anerkennung und Wertschätzung erfahren wollte – vor allem von meinem Umfeld. Ich wollte perfekt sein, allen Ansprüchen genügen und fragte mich leider viel zu selten, wie es eigentlich mir damit ging. Zukünftig wollte ich nun also schon wegen dem Kind orts- und zeitunabhängiger arbeiten und hielt mir in dieser Zeit immer deutlicher meine Werte vor Augen: Freiheit, Unabhängigkeit, Gemeinschaft und Gesundheit waren dabei meine wichtigsten Antreiber.

„Wenn du dich auf den Weg machst, deinen Herzensweg zu gehen, wird es Kritiker geben (vor allem innere) und es wird Menschen geben, die sagen „das geht doch nicht, das wird nie funktionieren!“ 

Und jetzt bist du gefragt – sagte ich mir. Ich fing in ruhigen Momenten an aufzuschreiben was mir wirklich am Herzen liegt und was mir wichtig ist, was ich gut kann und was mir Spaß und Freude bereitete… und der Knoten platzte. Nach einigen Wochen der gefühlten Hoffnungslosigkeit, einer Zeit in der ich dachte, dass es bei allen um mich herum nur so flutschte und alles reibungslos verlief, erarbeitete ich mein Konzept mit allen persönlichen Stärken, meinen Visionen und Herzensthemen. Ich habe zusammengetragen, wem ich in Coachings alles geholfen habe und was ich der Welt an Nutzen stiften konnte. Boah, wie gut und ehrlich-authentisch sich das vom Herzen her plötzlich anfühlte! J

Mein berufliches Warum…

…ist es jetzt vor allem anderen Mehrwerte und Nutzen zu stiften, Synergieeffekte zu schaffen und anderen eine Unterstützung zu sein. Durch meine Arbeit und meine Einnahmen unterstütze ich wiederum soziale Projekte unter dem Social Entrepreneurgrundsatz und versuche in meinem kleinen Bereich etwas die Welt zu verändern. Durch mein ortsunabhängiges Arbeiten habe ich noch genug Zeit für mich, meine Familie, meine Tiere und Hobbys sowie für meine Weiterbildungen und, um mich mit anderen tollen Menschen zu vernetzen, die ähnliche Werte teilen wie ich.

Ich möchte dazu beitragen, dass Menschen ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden fördern können, dass ihr Leben an Qualität gewinnt, sie ihre Stärken leben und ihr volles Potenzial ausschöpfen können.

Mein Schwerpunkt ist es, Menschen Klarheit und Struktur in ihre Situationen zu bringen und neue Perspektiven zu verschaffen. Als Emotion Coach arbeite ich mit vielen tollen Frauen zusammen, die Visionen haben, die sich nebenberuflich etwas eigenes aufbauen wollen – und zwar auf eine ehrliche und authentische Art und Weise. Viele möchten sich weiterbilden und persönlich entwickeln, sie suchen mehr Sinn in ihren Tätigkeiten und möchten ebenfalls mehr ortsunabhängig arbeiten. Vor diesem Hintergrund bilden wir auch Feel Good Manager aus. Das ist so eine nachhaltige, sinnvolle und wertschätzende Form der Arbeit, für die ich sehr dankbar bin. Dafür stehe ich jeden Morgen auf und das erfüllt mich, das macht mich glücklich – auch wenn es seine Zeit gedauert hat. Natürlich gibt es auch heute immer nochmal Tage, an denen man zweifelt und sich Sorgen macht, aber ich denke, dass das völlig normal ist. Alles andere anzunehmen wäre völlig illusorisch.

Warum auch „Brüche“ dazu beigetragen haben, dass ich heute vor allem beruflich bin wer ich bin

Meine Erfahrung war es, dass ich „so lange ja alles lief“ mir irgendwie auch einreden konnte, dass das alles schon irgendwie gehen wird, man „da durch“ muss, zu seinen Entscheidungen stehen sollte und man Dinge ja nicht nur aus Spaß an der Freude macht. „Kind, mach bloß etwas Vernünftiges“ habe ich da noch gut im Ohr (Ich denke, viele um mich herum können bis heute noch nicht richtig beschreiben, was ich eigentlich mache – aber das ist auch egal! J).

Denn Brüche, Niederlagen und auch ENT-täuschungen im Leben sind doch letztendlich vor allem eines: die Chance zur Entwicklung, für einen Richtungswechsel und Neuausrichtung. Wie großartig, oder?! Und wenn Situationen zunächst noch so schmerzhaft und aussichtslos erscheinen und einem Sprüche wie „was dich nicht umbringt, macht dich härter“ und „die Zeit heilt alle Wunden“ überflüssig und fehl am Platz erscheinen, ist doch ein bisschen etwas dran.

Vor allem die berufliche Entwicklung und Veränderung und überhaupt das Leben ist doch gekennzeichnet von ständigem Wandel und Wechsel. Zugegeben, das Schwierigste war der Situation wirklich ins Gesicht zu sehen und mir einzugestehen, dass der von mir ursprünglich eingeschlagene Weg einfach nicht der richtige war und daraus auch Konsequenzen zu ziehen – egal was andere sagen und denken.

Meine Tipps für dich…

Nun möchte ich abschließend noch meine Erkenntnisse und Erfahrungen in ein paar Tipps für dich verpacken. Bringe zunächst Klarheit in deine Situation: wo stehst du und wie geht es dir damit? Was möchtest du gegebenenfalls ändern? Dann finde heraus: Was sind deine Stärken und vor allem auch deine Werte, was ist dir wichtig? Solltest du in deinem Job unglücklich sein und dich unter-/überfordert fühlen, brauchst du nicht gleich alles komplett über Bord zu werfen.

Alles ganz in Ruhe und Schritt für Schritt, denn wesentliche Veränderungen brauchen Zeit. Du kannst langsam und nebenberuflich starten – oft gibt es dir schon ein anderes Gefühl überhaupt losgegangen zu sein. Dann verbinde dich mit Menschen, die ähnliche Wege gehen, bilde dich weiter und forme dir immer mehr ein Bild, das sich gut anfühlt. Und dann suche dir Unterstützung auf deinem Weg, beispielsweise durch einen Mentor oder Coach.

Mein Fazit
Ich denke, um vor allem im Berufsleben gesund zu bleiben und stressbedingten Krankheiten vorzubeugen, bedarf es einer regelmäßigen Selbstreflexion. Es ist notwendig, auf seine Gefühle zu hören und darauf, was einem der eigene Körper sagt und dann entsprechend zu reagieren.

Man selbst kann sich stärken, indem man regelmäßig etwas tut, was einen aufbaut und einem Freude bereitet. Konfliktkompetenzen zu schulen ist wichtig, genauso wie beispielsweise Entspannungsverfahren zu erlernen, seinen Selbstwert zu steigern, zu lernen auch mal „Nein“ zu sagen, den Perfektionismus abzulegen und wirklich täglich kleine Erholungsphasen in seinen Alltag zu integrieren.

Wir Menschen brauchen Anerkennung und Wertschätzung – vor allem durch Vorgesetzte. Oft fehlt diese leider in Gänze. Kommen dann noch allgemein steigende Arbeitsbelastungen oder fehlende Gestaltungsspielräume am Arbeitsplatz und mangelnde Einbeziehung in Informationskreisläufe dazu, entsteht eine Negativspirale, die nicht selten im Burnout endet.

Wenn ich als Feel Good Managerin unterwegs bin, dann lebe ich nun meine Werte und vermittle anderen quasi indirekt, was mich lange unglücklich und unzufrieden gemacht hat und wie man dieser Spirale entkommen kann. Dadurch, dass ich Menschen Möglichkeiten aufzeige, wie sie mehr Wohlbefinden in ihrem Leben schaffen, fühle und sehe ich Sinn in meiner Tätigkeit – viel mehr, als ich es als Juristin je angenommen hätte.

Ich bin jeden Tag, na gut vielleicht nicht jeden, aber die meiste Zeit, wirklich glücklich in meinem Job und ich liebe was ich tue. Das ist der Weg, der meinem Wesen und meinen Werten entspricht und das war ein Prozess. Es fühlt sich richtig richtig gut an und das ist großartig, auch wenn es ein harter Weg mit einigen Umwegen war, aber es hat sich gelohnt… J

Danke an Christin, für diese wunderbare und Mut machende Geschichte.

Mehr zu Christin Prizelius findest Du auch hier: http://feelgood-institute.com/

Wenn auch Du Deine berufliche Geschichte „NEU“möchtest, wenn Du Dir nach einem Bruch in Deinem Leben wieder Stabilität für Dein BerufsLEBEN wünschst und dabei meine Unterstützung haben möchtest, nimm Kontakt zu mir auf und wir besprechen, wie Deine nächsten Schritte aussehen können.

Mehr Tipps, Artikel und Webinareinladungen für Dein gesundes BerufsLEBEN gibt es monatlich direkt in Dein Postfach, wenn Du magst. Einfach hier Deine eMail Adresse eintragen und auf „Absenden“ klicken. Eine Abmeldung ist jederzeit möglich!

A. Thranberend

Angélique Thranberend ist Diplom Wirtschaftsjuristin mit 15 jähriger Erfahrung als Personalexpertin in der freien Wirtschaft. Sie setzt sich mit voller Kraft für mehr MENSCHLICHKEIT in der Arbeitswelt ein. Dazu arbeitet sie mit Unternehmen an der Schaffung von gesunden Rahmenbedingungen, die zum Erhalt der Leistungsfähigkeit und Motivation von Mitarbeitenden beitragen. UND sie zeigt Menschen im 1:1 Coaching, wie sie nach einer stressbedingten Erkankung wieder Stabilität in ihr BerufsLEBEN bekommen und einer erneuten Erkrankung nachhaltig vorbeugen.

More Posts

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte rechnen Sie: * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.